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Historie

Siedlungsgeschichte:

- Ausgegrabene Mauerreste weisen bereits auf eine keltische Siedlung auf Hinzweilerer Gemarkung hin.
- 1263 wurde das Dorf als “Hennsewilre” (abzuleiten von dem Namen Hinzo) erstmals urkundlich erwähnt.
- Herrschaft der Wild- und Rheingrafen (Amt Grumbach), seit 1595 Pfalz-Zweibrücken (Schultheißerei Horschbach).
- 1755 wieder an die Rheingrafschaft (Grumbach).
- 1792 unter französischer Herrschaft.
- 1816 unter bayrischer Herrschaft.

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Bevölkerungsentwicklung:

- 1563                                                       -> Pest entvölkert Eßweiler Tal
- 1609                                                       -> 104 Personen in 20 Familien
- 1675 (nach dem 30-jährigen Krieg)  -> 13 Familien
- 1802                                                       -> 244 Personen
- 1867                                                       -> 416 Personen
- 1978                                                       -> 464 Personen
- 2000                                                       -> 460 Personen

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Das Musikanten-Dorf:

In Hinzweiler fehlten schon immer Verdienstmöglichkeiten für die Bevölkerung. So wurde Hinzweiler, neben Eßweiler, Jettenbach und Mackenbach, ein Hauptort des westpfälzischen Musikantentums. Ein Großteil der männlichen Bevölkerung, aber auch einige Mädchen, erlernten ein oder mehrere Instrumente, schlossen sich einer Kapelle an und zogen, kaum schulentlassen, im Frühjahr ins Ausland. Im Herbst kehrten sie dann wieder aus Holland, England und Skandinavien zurück. Den Winter über hörte man es aus allen Häusern klingen; es wurde geprobt.

Manche Kapellen wählten sich auch weitere Ziele und blieben jahrelang Weg. Sie musizierten im Nahen Osten, in Amerika, ja sogar in Australien und Neuseeland. Bei diesen weiten Fahrten waren auch einige Ehefrauen dabei, die die Kapelle versorgten. Auch Kinder wurden dort geboren, die heute noch englische Vornamen tragen (z.B. ein Eileen).

Alle Musikanten brachten einen guten Verdienst mit nach Hause, den sie in Ackerland, Vieh, Haus und Hof anlegten. Viele wurden zu wohlhabenden Bauern. Mancher blieb auch in den fernen Ländern zurück und machte sich dort sesshaft.

Im Jahr 1905 waren allein 71 Musikanten und Musikantinnen aus unserem Ort im Ausland. Mit dem Ersten Weltkrieg kam das Musikantentum zum erliegen.

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Otto Schwarz:

Geboren am 10. August 1876 in Hinzweiler als Sohn des Trompeters Daniel Schwarz II., der ohne Mühe auf seinem Piston das hohe C spielte und mit mehreren Goldmedaillen ausgezeichnet wurde. Otto Schwarz brachte die musikalische Begabung seines Vaters mit, nahm Klavierunterricht und lernte Klarinette bei Peter Knaub, Horschbach. Später unterrichtete ihn sein Onkel Jakob Hoffmann auf der Flöte. Als 14-Jähriger ging er mit der 20-Mann-Kapelle seines Onkels „uff tour“, spielte im Royal Palast Garden, einem Kurhotel in Blackpool. Als sein Onkel aus politischen Gründen sein Engagement verlor, gründete er mit 22 Jahren mit seinem jüngeren Bruder ein kleines Streichorchester und zog erneut nach England, diesmal nach Whitby an der Ostküste. Ein Jahr später wurden Schwarz und seine Leute als Stadtkapelle in Saltburn by the Sea engagiert.1898 kam er mit einem guten Orchester nach Harrogate, wo sein Vater mit 35 Jahren gestorben war. Otto Schwarz war in dem Kurort bald sehr beliebt. Nach seiner Heirat mietete er in Harrogate ein Haus; seine Frau kochte für die Musiker. Von 1910 - 1914 war Otto Schwarz Mitglied des in England renommierten „Harrogater Flötenquartetts De Young“.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Otto Schwarz samt seiner Kapelle interveniert. Er kam auf die Insel Man in ein Barackenlager, wo er eine 20 Mann starke Kapelle und einen Chor mit 60 Sängern zusammenstellte. Seine Frau ging mit den beiden Kindern nach Deutschland zurück. 1916 wurde er wegen eines Augenleidens ausgetauscht. Bis Ende des Kriegs arbeitete Otto Schwarz im Guß- & Armaturenwerk, Kaiserslautern. Er machte eine Ausbildung zum Tanzlehrer und erteilte Unterricht. Die Einnahmen während der Inflation und der Weltwirtschaftskrise reichten nicht zum Leben. Otto Schwarz ging erneut mit Circus Frankoni nach Schweden. Als seine Frau krank wurde, gab er 1924 das Reisen auf, war von da an Tanzlehrer und leitete den Gesangverein Hinzweiler. Er starb 1961 in Hinzweiler.

Das gesamte Notenmaterial des bis zum Ersten Weltkrieg im englischen Harrogate tätigen Kapellmeisters blieb erhalten und liegt im Musikantenlandmuseum Burg Lichtenberg. Die Kompositionen Frühlingsklänge, ein Trio, Abschied von Harrogate, ein Marsch, gespielt von der Blaskapelle des Landkreises Kusel unter der Leitung von Paul Engel, sind auf der Schallplatte enthalten, die der Südwestfunk in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Kusel produzierte.

Diese Informationen sind dem Buch von Marliese Fuhrmann, „Kuckucksruf und Nachtigall - die Pfälzer Wandermusikanten“ entnommen. Dieses Buch ist im Jahr 2000 erschienen und damit die neueste Publikation zum Thema und enthält auch eine ausführliche Bibliographie.

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Jüdisches Leben:

Auf dem Gebiet des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken waren Juden grundsätzlich wenig toleriert. Aufgrund einiger Ausnahmen, vorwiegend nach dem 30-jährigen Krieg, als die Bevölkerung stark dezimiert war, konnten sich doch einige jüdische Familien ansiedeln. In unserem Landstrich speziell in Eßweiler.

Nach der Französischen Revolution änderte sich die Situation für die Juden. Trotz einer gewissen Einschränkung durch einen Erlass Napoleons konnten sie Handel treiben und waren im ländlichen Bereich besonders als Vieh- und Pferdehändler angesehene Leute. Die Hinzweiler Bürger schätzten die Juden als Händler. Einige lernten sogar hebräisch, gemeint ist das jüdische, um mit den Juden besser verhandeln zu können.


Unter bayerischer Herrschaft verbesserte sich die Situation zusehends. 1836 lebten in Hinzweiler 36 Juden. Sie wurden immer mehr integriert und fühlten sich als Deutsche, nur mit einer anderen Religion. Im 1. Weltkrieg gab es viele Freiwillige unter den Juden, die für Deutschland in den Krieg zogen.

Der zunehmende Antisemitismus bereits vor Beginn des Dritten Reiches veranlasste viele Juden dazu zu emigrieren oder in die Großstädte Deutschlands zu ziehen.

Wer sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs in Frankreich deportiert und von dort aus in die Vernichtungslager weitergeleitet.

Im Bild oben rechts: Jüdischer Friedhof mit 38 Grabsteinen, bestehend seit 1870. 1963 wurden die Steine „aus der Wildnis geholt“, so berichtet Heinz Mahler. Anfang der 70er Jahre wurde der Friedhof wieder hergerichtet. Letztes Begräbnis war Mitte der 20er Jahre, ein junger Mann aus Eßweiler.

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